Lebenszeichen: Welche Rolle spielen Medien in Notfällen?

Shownotes

Was bedeutet es, ein Lebenszeichen zu senden und welche Rolle spielen Medien dabei, wenn Menschen in Not auf sich aufmerksam machen? Darüber spricht der Medienwissenschaftler Martin Siegler in dieser Folge mit Liz Remter.

Für sein Promotionsprojekt an der Bauhaus-Universität Weimar hat er untersucht, unter welchen Bedingungen Lebenszeichen überhaupt gesendet und wahrgenommen werden können – von Morsecode und Flaschenpost bis hin zu digitalen Statusmeldungen – und wie diese Zeichen mit Medien in Verbindung stehen. Anhand historischer und aktueller Beispiele zeigt er, wie sehr diese Zeichen von technischen, politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen abhängen.

In der Folge erklärt Siegler, warum Lebenszeichen nicht automatisch zur Rettung führen, sondern auch Fragen von Ungleichheit, Kontrolle und Verantwortung aufwerfen. Außerdem erzählt er, wie ihn ein Bergwerksunglück in Chile zu diesem Thema gebracht hat – und welche Rolle Musik in seiner Arbeit spielt.

Fragen zum Podcast und den Themen gerne per Mail an dsp@koerber-stiftung.de. Alle Infos zum Deutschen Studienpreis findet ihr hier.

Listen to Wissen ist ein Podcast der Körber-Stiftung und ByteFM.

Tracks: The Dresden Dolls – Coin-Operated Boy ZINN – Die Seeräuberjenny Bergsänger Geyer – Glück auf der Steiger kommt Hania Rani – Eden

Transkript anzeigen

00:00:05: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge Listen to Wissen.

00:00:09: Ich bin La Semta, Musik- und Kulturjournalistin beim Radiosender Beidefemm.

00:00:13: Schön, dass ihr dabei seid!

00:00:18: Sturzfluten im Aalteil Erdbeben in Haiti Vulkanosbrüche auf La Palma Katastrophen wie diese zeigen, wie entscheidend es ist über Lebende zu finden.

00:00:28: Aber um gefunden zu werden müssen Menschen auf sich aufmerksam machen Sie müssen Lebenszeichen senden.

00:00:36: Mit genau diesen Momenten hat sich der Medienwissenschaftler Martin Sieglar in seiner Promotion beschäftigt.

00:00:41: Für diese Forschung wurde er als Jahrzehnte mit dem deutschen Studienpreis der Körberstiftung ausgezeichnet.

00:00:48: Er zeigt, ob ein Lebenszeichen überhaupt gesendet oder empfangen werden kann hängt oft von ganz konkreten Bedingungen ab.

00:00:56: Im Gespräch erzählt Martin welche Rolle Medien dabei spielen und warum Lebenszeiten nicht immer nur zur Rettung beitragen sondern auf Fragen von Ungleichheit und Verantwortung

00:01:06: aufwerfen.

00:01:07: Außerdem erzählt er, wie sich Lebenszeichen auch in der Musik zeigen.

00:01:11: Legen wir los!

00:01:27: Und mir ist beim Vorbereiten aufgefallen, wie selbstverständlich solche Lebenszeichen eigentlich für mich im Alltag sind.

00:01:45: Das sind Nachrichten und Anruf – irgendwas Kleines reicht ja eigentlich schon!

00:01:50: In Katastrophen ist das dann doch deutlich schwieriger.

00:01:53: Da spielen den Lichtsignal in der Dunkelheit eine Rolle Rauch am Strand Klopfzeichen aus Trümmern nach Erdbeben oder Flugzeugabstürzen zum Beispiel.

00:02:02: Und zu genau diesen Lebenszeichnen Hast du geforscht?

00:02:05: Was genau hatte ich daran so interessiert und wie bist überhaupt dazu gekommen dich damit zu beschäftigen.

00:02:11: Ja, es ist ja erstmal vielleicht ein bisschen... Überraschendes Thema und auch nicht so selbstverständlich wie diese Zeichen, die wir im Alltag verwenden.

00:02:20: Also wir sind ja permanent im Austausch mit unseren Lieben, mit Angehörigen, dem auch immer um permanent uns gegenseitig zu signalisieren dass wir noch da sind.

00:02:28: Und das ist aber nichts was explizit nochmal eigens geäußert wird.

00:02:31: ich bin noch da ich bin doch am Leben.

00:02:32: Das ist ein merkwürdiger Sprechakt.

00:02:33: jemanden die Nachricht zu senden Ich lebe noch!

00:02:36: Das ist implizit eigentlich immer mit gemeint.

00:02:38: wenn wir kommunizieren sagen wir gleichzeitig ich kommuniziere ist gleich ich lebe führt wird, fällt uns im Alltag gar nicht auf und mich haben eigentlich dann interessiert in welchen Situation dieser implizite Botschaft ich lebe noch zu einer expliziten Botschaft.

00:02:53: Also wirklich ausdrücklich geäußert wird indem man die Kernbotschaft eines Zeichens eine Nachricht eines Signals nur noch darin besteht dass derjenige der es sendet, diejenige die es sende am Leben ist.

00:03:04: Und das ist ja ein ganz überraschendes Zeichen Phänomen, dass man sich erstmal näher anschauen muss Buchstäblich nichts gibt, also dass dazu eigentlich keine Forschung existiert.

00:03:15: Die über das hinausgeht was zum Beispiel Rettungsträfte selbst auch über ihre Arbeit reflektieren.

00:03:19: die müssen sich natürlich ganz intensiv damit auseinandersetzen.

00:03:22: aber gerade medienwissenschaftlich war da größtenteils wenig zu finden und das hat mich irgendwie angezogen zu fragen welche Rolle spielen eigentlich das was ich aus meinem Forschungsalter kenne nämlich Medien also Mittel der Kommunikationen Techniken um sich vernehmbar zu machen um Nachrichten zu übermitteln.

00:03:38: welche Rolle spielt in solchen krisenhaften Existenz Heikle Situationen, in denen es aufs Leben ankommt und in denen ist auch auf die Medien ankommt.

00:03:46: Denn die Medien sind in den Situationen unverzichtbar um Zeichen seiner selbst zu senden.

00:03:51: Und das sind Zeichen, die ich dann als mir das kam anziehen fand.

00:03:55: Weil ich dachte wie kann es sein dass von einem kleinen Stück Papier, vom Klopzeichen, von einem Leuchtzeichen am Himmel abhängt ob diese zeichengebende Person überlebt oder nicht überleibt?

00:04:06: Du hast es ja eben schon selbst gesagt.

00:04:07: Es gab bisher, bis du das gemacht hast irgendwie kaum Forschung dazu.

00:04:11: Das hat mich fasziniert und überrascht zugleich!

00:04:14: Weil man ja Morsezeichen und Lichtsignale, das ist ja nichts Neues.

00:04:18: Das kennt man schon der ganze Weile.

00:04:20: Kannst du dir erst erklären warum dazu bisher so wenig oder gar nicht geforscht wurde?

00:04:25: Ja, es ist eine gute Frage also des Übermitteln von Signalen.

00:04:28: Das ist ein Kerngebiet medienwissenschaftlicher Forschung auch gerade in den historischer Hinsicht.

00:04:32: So gibt's die wenigen Studien auf die ich dann auch direkt zugegriffen habe.

00:04:36: Die haben sich oft mit der Geschichte einzelner Signalsituation beschäftigt.

00:04:41: Das Sinken der Titanic zum Beispiel ist ein ganz berühmter Medienhistorik.

00:04:44: relevante Szene, weil es da um Leuchtraketen gab die missverstanden wurden oder um telegraphische Übermittlungen, die zu spät bemerkt wurden.

00:04:52: Also ein ganzes Wündel an Zeichen und solche einzelnen Situationen wurden sehr wohl erforscht.

00:04:57: aber was es noch nicht gab war dass man den Versuch gemacht hat so eine Art Panorama der unterschiedlichsten Lebenszeichen mal abzuschwenken.

00:05:04: und vielleicht kann man so sagen, ein Phänomen ist ja immer nur interessant wenn man eine bestimmte Frage an dieses Phänomene richten kann jetzt aus wissenschaftlicher Sicht.

00:05:11: Und dann braucht man das richtige Umfeld, die richtige Ausgangslage um das Interessant finden zu können.

00:05:17: Das war in meinem Fall nochmal ein bestimmter Weimarer, ich bin bei der Bauhaus-Universität Weimar, promovierten Weimarers Forschungskontext, der solche Fragen gestellt hat.

00:05:24: und es war vor allem die Frage nach dem Verhältnis von Menschen und Medien im weitesten Sinne.

00:05:28: Also wie stehen wir als Menschen in Verhältnis zu den Artifakten, mit denen wir kommunizieren, was visualisieren

00:05:36: usw.,

00:05:36: also welches Verhältniss ist eigentlich zwischen Menschen und Medien?

00:05:39: Gehen unterschiedlichsten Situationen beschaffen Gesichtspunkt wurde es dann plötzlich relevant zu fragen wie verhalten sich Menschen und Medien zueinander, wenn sie in einer Krisensituation sind.

00:05:51: Wenn das Leben auf dem Messer Schneide steht?

00:05:52: und welche Rolle spielen Medien die nicht nur informieren oder kommunizieren oder unseren Alltag begleiten sondern plötzlich existenzielle... Bedingungen unseres Lebens werden.

00:06:02: Wie geht man denn aber überhaupt an so ein Thema wissenschaftlich heran?

00:06:05: Wie forscht man zu Lebenszeichen, guckt man sich historische Beispiele an?

00:06:10: Ja also die Frage hat mich sehr lange selbst beschäftigt weil ich mich gefragt habe kann ich das überhaupt wissenschaftlicher erforschen?

00:06:17: kann man überhaupt dazu promovieren?

00:06:18: ist es überhaupt tragfähig?

00:06:19: also man stellt sich ja während der Dissertation auch selbst ganz viele existenziellen frage nämlich ist dass das richtige thema komme ich damit durch?

00:06:26: trägt das überhaupt?

00:06:27: und das hat mich eine ganze weile beschäftigt bis ich dann gemerkt habe, dass es Wege gibt, das zu erforschen und da heranzukommen.

00:06:34: Und das ist in meinem Fall jetzt ein großes Bündel von Materialien die mit Lebenszeichen in Verbindung stehen, dies zusammenzutragen und zu sichten und medientheoretisch auch so durchzuarbeiten.

00:06:45: Da war's für mich vor allem hilfreich.

00:06:47: Ich komme aus der Filmwissenschaft ursprünglich, also aus der wissenschaftlichen Beschäftigung mit Filmen, auch viel visuelles Material zu haben.

00:06:53: Seins Presseberichte, Fernsehberichte... Auch Spielfilmszenen, von denen man ja sagen würde Das sind ja fiktive Notfälle, aber gerade die zeigen uns ganz eindrücklich oft was es heißt in der Notsituation zu sein.

00:07:06: Aber auch historische Archiv-Funde – ich weiß nicht, als habe ich einen ganzen Kredit von bestimmten Postkarten beschrieben, die mich da interessiert haben und solche Fundstücke auf die man stößt wenn man beginnt damals nachzubohren, die dann so zusammenzutragen dass sich daraus so etwas ergibt wie ein großer Handlungsbogen den man am Lebenszeichen gut abbilden kann.

00:07:26: Und das war ein bisschen der Versuch, Materialien so zusammenzustellen, dass sich mit ihnen eine These entwickeln

00:07:33: lässt.".

00:07:33: Du hast ja eben schon gesagt du bist auch sehr filminteressiert und hast mir Verabschiedung verraten, dass du bei deiner Arbeit auf den Film On the Beach gestoßen bist?

00:07:42: Ein Film von neunzehntneunundfünfzig.

00:07:44: Was hatte ich an dem Film besonders interessiert?

00:07:46: und vor allem was hat er jetzt konkret mit einer Forschung zu tun?

00:07:49: Was kann man da vielleicht beobachten?

00:07:52: Also es ist ein Film, der ins Rohr des postapokalyptischen Kinos eigentlich fällt.

00:07:56: Postapokalipse heißt das die Welt zugrunde geht und dass es meistens noch so einen versprengten Stutzend letzter Menschen Last Men gibt, die sich dieser Apokalypse gegenübersehen oder sie zeitweise überleben konnten.

00:08:09: Das ist in dem Fall eine U-Boot-Besatzung.

00:08:11: Und dieses U-Boot geht davon aus, dass Sie die letzten Lebenden sind, empfangen aber plötzlich auf Ihrem Radiogerät.

00:08:17: Man könnte sagen Lebenszeichen wobei Sie gar nicht genau wissen was das ist.

00:08:20: Merkwürdige Signale... gar nicht richtig übersetzbar aus dem Morsealphabet in menschliche Sprache.

00:08:26: Und das fasziniert die Figuren im Films, hat aber auch mich als Lebenszeichenforscher natürlich fasziniert, worauf diese Zeichen wohl hindeuten.

00:08:33: und der Handlung bin ich im letzten Kapitel meiner Arbeit gefolgt, in der es eben genau darum ging zu fragen was sind eigentlich Lebenszeiche nach dem Ende allen menschlichen Lebens auf dem Planeten?

00:08:42: Was

00:08:42: musikalisch ja ganz interessant ist, dass die Filmusik von On the Beach diesen Morsecode auch auf eine Art auf... greift, also ein Lebenszeichen hast du ja selbst schon gesagt.

00:08:52: Und solche Übergänge gibt es ja öfters mal in Scores.

00:08:55: Du als Medienwissenschaftler hast du einen Begriff dafür konkret für diese Art von Filmmusik?

00:09:01: Also wenn man das jetzt was in der Szene stattfindet vielleicht hören wir gleich nochmal rein oder so.

00:09:05: Wer in der Stine stattfindete beschreiben wollen würde dann könnte man das schrongieren, also einen Schillern dieses Soundtracks zwischen dem einer Musik, die innerhalb der Szene hörbar ist oder eine Geräuschkulisse die innerhalb des Szenes für die Figuren hörbar sind.

00:09:20: Das ist ein Diägetischen Ton das es für den Figuren hört und eines extra-diagetischen Tons bedeutet der Ton der nur für den Zuschauerhörbar ist.

00:09:28: Der als Soundtrack über dem Film liegt.

00:09:29: Und dieses Soundsignal des Wandert von dem Morse Code denen die Figur hören hinein in die Musik die eigentlich nur wir als Zuschauerinnen hören aber uns plötzlich in die Rolle der letzten Menschen versetzt, die jetzt dieses Zeichen hören.

00:09:49: Und das fand ich interessant, dass es da einen Art Übergang von dir gehtischer zu extra-dirgetischer Musik gibt.

00:09:55: Genau in dieses Stück hören wir jetzt mal rein!

00:10:22: Martin, akustische Signale wie Morsecoats sind ja das eine... Und ich habe vorher mal überlegt, was heute eigentlich so als Lebenszeichen zählt und oft sind das ja eigentlich ganz alltägliche Dinge.

00:10:32: Das hatten wir auch eben schon zum Beispiel einfach zu sehen wann jemand zuletzt online war – das kennt man ja.

00:10:38: Social Media spielt natürlich mittlerweile immer eine größere Rolle.

00:10:41: Welche anderen Arten von Lebenszeichern gibt es denn eigentlich die man vielleicht nicht direkt als erstes auf dem Schirm hat?

00:10:48: Also, weil es vielleicht ein bisschen anarkonistisch ist und nicht mehr ganz unseren gegenwärtigen Kommunikationsgewohnheiten entspricht würde ich die Postkarte erwähnen wollen als eine schon totgesagte Medienpraxis.

00:11:02: stirbt, also die immer noch lebt.

00:11:04: Selbst also Lebenszeichen permanent von sich gibt als Postkarte, die im Alltag oft kaum dazu dient irgendwelche Art von Informationen zu übermitteln.

00:11:12: außer ich bin da!

00:11:14: Ich war da oder ich bin hier und das ist so eine Minimalform von Kommunikationen auch von vielen Medienhistorikerinnen als Vorläufer der Social-Media-Kommunikation aufgrund ihrer Kürze, ihrer Deckzeit immer wieder gerahmt wurde.

00:11:27: Und so eine Linie sehe ich auch in der Desertation von einem Postkartenphänomen aus dem zweiten Weltkrieg, in dem Betroffene vom Luftkrieг sich Einachrichten hin und her schicken konnten.

00:11:37: Kleine vorgedruckte rote Postkarten eigentlich auf die nur gesagt werden konnte ich lebe noch, habe den Luftheingriff überlebt von denen sie so eine Linie zur Social Media-Welt der Gegenwart in der sowas wie das Safety Check Facebook in den zehner Jahren eingeführt hatte.

00:11:51: Eigentlich ne direkte Fortsetzung dieser Postkartepraxis ist.

00:11:55: also da kann man wirklich sagen dass Medienpraxis wie das Postkarte schreiben, eng verknüpft ist mit einer kurzen direkten Existenzkundgabe.

00:12:07: Der Kundgabe ich lebe noch, ich bin noch am

00:12:09: Leben.".

00:12:10: Du hast eben schon den Safety-Check angesprochen.

00:12:13: Kannst du einmal ganz kurz erläutern was dich dahinter?

00:12:16: verbirgt, magst du es einmal erklären?

00:12:18: Also das war in gewisser Weise ein neues Tool.

00:12:20: Das Facebook ich habe um im Jahr um hierher eingeführt hatte, dass dazu dienen sollte bei Unglücksfällen, Katastrophenfällen größeren Ausmaßes Nutzern die Möglichkeit zu geben Ihre eigene ihr eigenes sicher sein anderen gegenüber zu verdeutlichen indem man eine kurze Nachricht schickt einem safe die irgendwie so vorgefertigt ist.

00:12:40: Die App fragt eigentlich nur are you safe?

00:12:41: Das erscheint automatisch am Smartphone und verlangt einfach nur den kurzen Druck aufs Display, yes i'm safe!

00:12:49: Es gibt interessanterweise dann aber keine Alternative dazu.

00:12:51: No, I'm not safe!

00:12:52: Sondern es wird davon ausgegangen wer nicht antwortet der ist potenziell erst mal in einer Situation der Ungewissheit und Unsicherheit.

00:12:58: Und das hat auch zu vielen Diskussionen kontroversen geführt weil die Frage natürlich immer darin besteht was ist überhaupt ein Notfall?

00:13:05: Was ist überhaupt eine Katastrophe?

00:13:07: Die ist rechtfertigt einen Safety Check freizugeben und Menschen zu ermöglichen und da wurde Facebook auch vorgeworfen Ja mit unterschiedlichen maß zum messen Situation also als katastrophe zu deklarieren.

00:13:19: ähm... wie beispielsweise das Terror-Akt auf die Bataclan und überhaupt in Paris, in den...in...in ...in...Inz.

00:13:25: Inz.

00:13:26: Aber viel weniger den Safety Check in Krisengebieten im Nahen Osten beispielsweise freizuschalten, wie bei Luftangriffen in Beirut.

00:13:32: Und damit ja irgendwie ein bisschen Asymetrie herzustellen also einen Ungleichgebiet zwischen denjenigen, die sich sicher melden können und denen, die in permanenter Unsicherheit leben weil sie per se eigentlich gewisserweise als...als Krisenregionen sozusagen gelten.

00:13:46: Das sind auch Effekte, die mich da interessiert haben weil die ... Weil die zeigen, wie stark Lebenszeichen dann auch doch von Ungleichheitendurchdrungen sind könnte man sagen.

00:13:57: Nämlich die Frage immer besteht, wessen Leben wird überhaupt als kommunikationswürdig angesehen?

00:14:02: Wer kriegt die Mittel in die Hand um Lebenszeichens zu geben?

00:14:04: Wem werden sie vielleicht entzogen versagt oder gar nicht erst bereitgestellt?

00:14:08: Das heißt Infrastrukturen und Unternehmen spielen dabei eine entscheidende Rolle.

00:14:13: Ja also man kann ja immer fragen wer ist eigentlich der Provider sozusagen von Lebenszeilen?

00:14:17: Wer stellt eigentlich die Bedingung damit Lebenszeichen ausgetauscht werden können.

00:14:22: Und das sind staatliche Akteure natürlich, ich habe vorhin an diese Einarichten im Zweiten Weltkrieg erinnert.

00:14:28: Das sind aber auch zunehmend eben natürlich Plattformen in weitesten Sinne, die den Austausch von Lebenszeichern ermöglichen.

00:14:33: Man könnte geradezu von einer Plattformisierung oder Epifizierung des Lebenszeichens sprechen.

00:14:39: Jüngste Berichte waren ja beispielsweise diese... Chinesische Massen aufgenutzt und wiralgegangene App bist du tot?

00:14:46: also die Frage umdreht.

00:14:48: Und direkt danach fragt nicht are you safe sondern bis du tot, die man immer verneinen muss damit man eben noch als lebendig gilt um eben seinen Piers immer wieder zu vermitteln.

00:14:57: mich gibt es noch was zeigt dass sagen apps interessanterweise in diesem Fall nichts anderes tun als das Angebot Lebenszeichen zu senden zur Verfügung zu stellen.

00:15:07: Dennoch zeigt, finde ich aber diese App auch ganz gut.

00:15:11: Dass sich wenn es um Lebenszeichen geht die Nutzung von Medien über die Jahre ja ziemlich verändert gewandelt hat richtig?

00:15:18: Das ist ein ganz wichtiger Punkt dass man am Lebenszeichern auch sowas wie eine Mediengeschichte einfach beschreiben kann.

00:15:23: also das Lebenszechen ist selbst medialen, medialer Wandel unterworfen und ich würde soweit gehen und das betrifft vielleicht noch mal im engeren Sinn das was mich dann als Lebenszeit interessiert hat das Leben je nachdem mit welchen Medien und in welcher Medien Epoche geradezu es sich meldet äußert, je nach dem mit welchem Medien es sich äußerte auch völlig andere Formen und Gestalt annimmt.

00:15:43: Also ob ein Leben die in Echtzeit per Telegraph übertragen wird als ein Morse-Signal hat einen ganz anderen zeitlichen aber auch existenziellen Status als zum Beispiel ein Leben, eine viel ältere Praxis des Lebenszeichens das sich mit einer Flaschenpost ins ungewisse des Meeres sozusagen verschifft und an einer Stelle und zu einem Zeitpunkt wieder auftaucht der vielleicht unendlich weit schon von dem entfernt ist.

00:16:05: Von dem Moment des Notfalls schon entfernt.

00:16:07: es also dass man sagen kann die Zeitlichkeit dieses Zeichens der Floschenpost einerseits und dem Telegrafen oder Morsezeichen andererseits führt so völlig Ganz andere Kommunikationssituationen, also ob man eben direkt kommuniziert oder auch dann ganz lange Verzug ist zwischen dem Zeichen und der Notsituation.

00:16:26: Das macht was mit dem damit verbundenen Leben.

00:16:29: Und das hat mich eigentlich besonders interessiert immer zu fragen.

00:16:32: Was ist das Leben, dass sich da in den Zeichen artikuliert?

00:16:35: Mit welchen Medien meldet es sich?

00:16:37: und ist Leben vielleicht immer etwas anderes, je nachdem mit welchen Mitteln es sich zeigt.

00:16:42: Also das war so ein bisschen die theoretische Hintergrund.

00:16:45: vielleicht können wir gar nicht schon sagen Es gibt ein Leben dass schon da ist und das sich in Zeichen meldet sondern vielleicht müssen wir je nach Zeichen immer fragen wie erscheint hier das Leben?

00:16:54: Welche Form nimmt es ja an welche Gestalt?

00:16:56: eben?

00:16:56: die Gestalt von einem Mosse-Signal vom Leuchtfeuer von der Flaschenpost von dem Klopfzeichen Und das sind alles unterschiedliche Weisen des Lebens sich zu zeigen.

00:17:04: Du hast ja eben schon die unterschiedlichen Brochen angesprochen, auch über die Postkarten gesprochen.

00:17:08: Wo ja auch eine gewisse zeitliche Verzögerung auf jeden Fall stattfindet bis man dieses Lebenszeichen dann erhält Gab es auch Geschichten, auf die du gestoßen bist, die dich irgendwie auf eine Art besonders berührt oder vielleicht sogar überrascht haben?

00:17:20: Dass dieses Lebenszeichen vielleicht auch zur Rettung einer Person beigetragen hat.

00:17:24: Also permanent, ich glaube das ist permanent überraszt sein von Situationen, auf denen ich gestoßend bin, habe mich sehr angetrieben, die Arbeit immer weiter zu verfolgen weil gerade so eine Überraschungsmaschine immer wieder taucht was Neues auf.

00:17:36: Darunter ist sicherlich ein Unglücksfall aber letztlich da doch geglückter auch Rettungsfall vom Bergwerk-Unglück im Hessischen... Stolzenbach, bei dem ein Lebenszeichen deshalb einen Kopfzeichen der Bergleute die eigentlich schon für tot geglaubt wurden.

00:17:50: Deshalb vernommen werden konnte weil der Rundfunk ein Mikrofon hinunterlassen konnte also ein eigenes hessischer Rundfunkmikrofon das dazu beigetragen hat dass die Lebenszeiche in der Tiefe vernommen werde konnten.

00:18:03: Das ist ganz eng verknüpft.

00:18:04: die Liveübertragung dieses Rettungseinsatzes mit Registrierung der Lebenszeichen, also kann man eigentlich gar nicht voneinander trennen.

00:18:11: Der Bericht über das Ereignis und der Eingriff ins Eregnis, nämlich dass der Rundfunk selbst dazu beiträgt diese Lebenszeiche hörbar zu machen.

00:18:17: Das war eine der Fälle unten.

00:18:18: anderes Bergwerk-Unglück, kann man wirklich sagen überhaupt ausraggebend dafür, Ereignis der Dreiunddreißig verschütteten Bergleute in Chiele, also die Lost Trenti Drays wurden die Spitznamenhaft dann genannt.

00:18:32: Also die Drei und Dreißig hier haben in der Kupfermine gearbeitet, wurden dort verschüfftet weil auch schlechte Arbeitsbedingungen geherrscht haben usw.

00:18:38: Und lange hat man gar nichts von ihnen gehört und eigentlich auch wiederum schon die Absteiner oder Gedenksteinere für sie aufgestellt bis man bei einer letzten Bohrung in die Tiefe unglaubliche Tiefe.

00:18:49: Ich glaube, der Tief am Bohrkopf einen Zettel gefunden hat, der da so angebunden war.

00:18:56: auf diesen Zetteln und dieser... Zettel ist inzwischen nicht chilenisches Nationalsymbol, könnte man fast sagen.

00:19:01: Stand eben Los Trenti Dres, Estamos Bienen Los Trente Dres oder Estamos bien en el Reforio Los Trenti Dres.

00:19:08: Also wie uns drei in dreißig geht es gut in unserem Schutzraum und das ist natürlich um die Welt gegangen.

00:19:13: Das war ein enorme Aufmerksamkeit im Jahr zehnt zehn und hat zu einer ganz langwierigen aber erfolgreichen Rettungsaktion geführt.

00:19:20: Und das waren wie ein Auslösung Moment für mich zu sagen Wie können eigentlich Dreiein-Dreißig leben von?

00:19:26: Das sind nämlich dreiunddresig Zeichend auch, mysteriöserweise.

00:19:30: Aber es ist so wie können eigentlich in Wie können dreidreisig Leben von dreindresig zeichen abhängen?

00:19:36: Und das hat mich als Frage irgendwie weiter weiter getrieben und interessiert.

00:19:40: aber

00:19:40: daran ist es ja eigentlich auch ganz spannend zu sehen dass dann moderne Medien in solchen Katastrophensituationen Eigentlich nicht so viel bringen.

00:19:49: das

00:19:50: würde ich so vielleicht gar nicht sagen.

00:19:52: also ich würde Erstens würde ich wahrscheinlich fragen, das ist aber eine Marusche des Medienwissenschaftlers.

00:19:57: Was sind denn eigentlich moderne Medien?

00:19:58: Also gerade der Notfall zeigt dass wir mit gerade in Notfallsituationen auf Medien zurückgreifen, vor dem wir dachten die sind eigentlich irgendwie formodern oder irgendwie altmodisch.

00:20:09: Also die Zettelisten, die Aushänge beispielsweise spielen eine ganz wichtige Rolle bei Überschwemmungsereignissen oder bei Vermissten Sachen.

00:20:17: Da gibt es Stelltafeln.

00:20:18: also was ist das für ein Medium?

00:20:19: Aber es ist natürlich ein existenziell wichtiges Medium weil man darüber vielleicht finden kann wer schon entdeckt wurde wer noch vermisst ist.

00:20:25: und der Notfall bringt all diese vielleicht schon abgelegten obsoleten alltägebachte Medien wieder ans Tageslicht macht sie zu ganz wichtigen Bestandteilen, weil nämlich oft das was wir jetzt mal so moderne Medien nennen Funkmasten oder Wählernetze.

00:20:39: Weil eben gerade das ausfällt in Situationen.

00:20:43: Gerade viel mit einer Masterstudentin hat die Masterarbeit über die Flutkatastrophe im Ahrtal geschrieben und die hat mich damals auch im Körperpreis Vortrag sehr interessiert.

00:20:54: diese Situation da wird es ganz deutlich, dass plötzlich Telefonnetze-Wählernetze brach liegen.

00:21:01: Aber die Zeichen, die zur Rettung von Vermissten geführt haben beispielsweise eine Smartphone-Lampe nicht das Smartphone als Telefongerät oder WhatsApp sondern die Taschenlampe des Smartphones dazu dient auf dem Dach von nachts von Hilfskräften gefunden und gesucht und gefunden zu werden.

00:21:17: also da sehe ich irgendwie den Notfall eher Wiederkehr von Medien, die wir im Alltag vielleicht schon gar nicht mehr beachten oder fürs Museum eigentlich schon fertig machen und dann aber plötzlich wieder hervorgeholt werden.

00:21:31: Diese Zeichen können ja auch im Alltag jetzt zum Beispiel ins Gegenteil umschwenken.

00:21:37: ich denke mir irgendwie zum Beispiel an dieser Online-Statusanzeige zur Letzt online wo das auch relativ schnell beispielsweise man ist jetzt von jemandem getrennt und checkt die ganze Zeit ob die Person halt irgendwie online ist.

00:21:49: dass jetzt nur aus dem Alltag kann ja aber ganz schnell in Kontrolle ausarten und auch in der Art Überwachung.

00:21:56: Und in deiner Dissertation machst du ja auch deutlich, dass diese Lebenszeichen wirklich nicht nur positiv sind.

00:22:02: Also es geht auch da um Kontrolle und Überwachungen.

00:22:06: Was hast du da konkret rausgefunden?

00:22:08: Kannst du dazu was erzählen?

00:22:11: Das war ein ganz wichtiger Befund, der mir auch vorher nicht so richtig klar war.

00:22:14: Weil man davon ausgeht dass man es jetzt mit ganz viel Happy End Geschichten zu tun hat bei denen das Leben am Ende gerettet ist und damit glücklich.

00:22:21: aber Lebenszeichen dienen ganz vielen Konstellationen und Fällen auch dazu leben das eigentlich gar nicht gefunden und gesucht werden will sichtbar zu machen oder sogar Leben das eigentlich gerettelt werden will Und das eigentlich nach Hilfe ruft, ihm zu schaden es zu töten ist es auszulöschen.

00:22:42: Also dadurch dass sich das Leben sichtbar macht riskiert Es könnte man so abfakt jetzt erst mal sagen also lebenszeichen zu senden riskiert auch das leben weil es bedeutet nicht zu wissen wie andere auf diese Zeichen reagieren und Dass das keine selbstverständlichkeit ist das auf Lebenszeichen auf Hilferufe auf SOS Signale mit rettung reagiert wird.

00:22:59: Das kann man mehr oder weniger tagtäglich im mittelmehr beobachten wo Lebenszeiten gesendet werden die unter Umständen dazu dass das Leben sich selbst überlassen wird, ignoriert wird, zurückgestoßen wird.

00:23:11: Also, dass Maßnahmen gegen das Leben ergriffen werden die gegen das leben gerichtet sind.

00:23:15: und das ist eine Dimension, die dieses ganze Thema des Lebenszeichens auch noch mal auf eine Weise verdüstert, dass man nicht mehr davon ausgehen kann, dass es Lebenszeichen senden heißt gleich gerettet werden sondern heißt unter Umständen in gewißweise ein Missbrauch des Lebens Zeichens ausgesetzt zu sein mit der eine Art von... Philosophisch würde man sagen, eine Biopolitik betreibt.

00:23:35: Nämlich eine Unterscheidung einführt welches Leben gerettet werden soll und welches dem Tod überlassen werden soll.

00:23:43: Und Lebenszeichen sind immer auch Teil solcher biopolitischen Kalküle, solcher bio-politischen Machtstrategien und Machtinstrumente.

00:23:50: Das zieht sich eigentlich durch alle Technologien entwickelt wurden um Lebenszeicheln hörbar oder sichtbar zu machen dass sie immer diese merkwürdige Doppelbödigkeit haben, einerseits dazu zu dienen unter Trümmerfeldern die letzten Klopfzeichen eines verschütteten Aufwindbarzumachen.

00:24:07: Aber im selben Moment auch im Häuserkampf dazu eingesetzt werden um versteckte Kompatanten oder Zivilisten immer zu finden und anzugreifen etc.

00:24:15: also mich hat es vor allem sehr interessiert an den Zeichen die habe ich in der Arbeit Emissionen genannt das Begriff den verwenden wir eigentlich für CO-Zwei Ausstoß oder so aber betont, dass eigentlich der lebendige Körper also so wie wir sind permanent emitiert nämlich Klopfzeichen da außen sendet.

00:24:30: Denken wir als Herzklopfen schweiß Also Hitze Temperatur verströmt und aussendet und damit eigentlich ohne es zu wollen und unfreiwillig permanent Lebenszeichen von sich gibt, die man mit den geeigneten Mitteln, Sensoren etc.

00:24:42: messen kann.

00:24:42: Und solche Sensoren sind auch beliebtes Einsatzmittel aller bewachenden Institutionen.

00:24:49: also einen Körper danach zu scannen wo er sich befindet welche Temperatur er gerade hat denkt man daran wie man sozusagen Fahndung nach Flüchtigen macht, wie man Grenzüberwachung macht.

00:24:59: Also der Frage wo sind warme Körper ist nicht nur eine Frage sozusagen zwischenmenschlicher Wärme also wem kann ich helfen?

00:25:05: sondern es oft auch eine Frage zwischenmännlicher Kälte nämlich welchen Körper wollen wir verhaften oder zurückführen?

00:25:11: Oder wie all diese Begriffe da heißen mit denen man eigentlich bemäntelt dass man gegen das Leben vorgeht dass sich da gerade meldet.

00:25:19: kurz zusammengefasst.

00:25:20: Das heißt, Lebenszeichen sind nicht nur neutrale oder positive Signale sie können auch dazu beitragen also können dazu beITragen das Leben gerettet wird.

00:25:27: Sie können aber auch instrumentalisiert werden.

00:25:30: gerade bei Krieg Flucht Migrationen wird das deutlich hast du grade gesagt und daraus ergeben sich natürlich auch diese ethischen Fragen über die Du gerade gesprochen hast.

00:25:41: wenn Du jetzt aus Deiner Sicht auf aktuelle Entwicklung blickst, beispielsweise Krieg in der Ukraine oder auch im Iran.

00:25:49: Verfolgst du das dann nochmal auf eine andere Art und Weise?

00:25:53: Ja also besonders Lenken berichtet die auf meine Aufwechslikate auf sich und es liegt an dieser langen Beschäftigung mit Lebenszeichen, indem es darum geht dass Wie man ja häufig aus dem Iran liest, ist der Ukraine das Funkmasten bombardiert werden.

00:26:08: Dass das Funknetzer ausfallen und dass das Internet abgeschaltet wird oder eingeschränkt wird für eine bestimmte Elite nur noch zur Verfügung steht was auf den ersten Blick viel weniger drastisch klingt als die Tatsache, dass da wirklich auch Menschen bombardiert werde oder Schulen oder so immer.

00:26:22: wo man aber im selben Moment schon daran denkt Was bedeutet es eigentlich nicht zu wissen wie es denn jeweils anderen geht?

00:26:28: Und das gibt ja auch also so viele Menschen deren für die das Schicksal derjenigen, die da in der Ukraine verblieben sind oder die im Iran verbliebten sind ungewiss ist und sie darauf existenziell angewiesen sind zu wissen wie geht es ihnen.

00:26:42: Und jeden Morgen mit dem Blick aufs Handy aufwachen oder mit dem Gedanken daran wann gibt es wieder eine... eine Rückmeldung oder eine Nachricht?

00:26:48: und da bedeutet das Kappen von Kommunikationsverbindungen auch eine enorme Belastung und Gewalt gegenüber den Beziehungen, die Menschen durch Medien hindurch pflegen über Entfernung und Distanzen hinweg.

00:27:03: Also solche Berichte nehme ich immer mit dieser Brille der Lebenszeichen noch mal wahr weil da deutlich wird dass es eben doch nicht nur die kleinen freundlichen Postkarten sind sondern dass es darum geht zu wissen ob dass gegenüber, ob die anderen noch am Leben sind.

00:27:20: Das begegnet einem quer durch die Konflikte der Gegenwart.

00:27:24: Also das ist in allen Konflikten eine zentrale Frage nämlich wie geht es denen von denen wir gerade keine Nachricht mehr haben?

00:27:30: und da könnte man sein kleinste Dinge machen den Unterschied also wann habe ich vielleicht um ne bestimmte Uhrzeit kurz Netz?

00:27:38: oder an welchen hohen Punkt muss ich mich begeben um mein Angehörigen kurz zu senden?

00:27:43: Dass es mir gut geht nur um mich zugleich zu exponieren einen neuen Risiko auszusetzen, nämlich ich bin an einem hohen Punkt, an dem ich natürlich auch gefährdet bin gegenüber Angriffen.

00:27:51: Also da wird das was wir so selbstverständlich sagen ja schreibt mir doch mal kurz oder melde ich noch einmal wieder.

00:27:57: dieses Mal wieder melden ist zum Teil eine sehr riskante.

00:28:00: Das kann das Vorhaben, dem man sich aussetzen muss und dass Leute diese Risiken eingehen.

00:28:04: Und auch zum Beispiel in der Ukraine unter großer Bedrohung immer wieder Funkmasten reparieren.

00:28:09: Also da gibt es ganze Instandsetzungstrupps die immer wieder dafür sorgen, dass da wieder so ein Netz entsteht, dass man sich diesen Risiken überhaupt aussetzt zeigt wie existenziell dieses Bedürfnis danach ist von anderen zu hören und anderen zu schreiben.

00:28:22: Du sagst ja auch, dass wir nur dann effektiv retten können wenn man versteht wie Menschen in Not überhaupt auf sich Aufmerksam machen?

00:28:30: Was heißt das dann konkret für Ausbildung und Praxis von Rettungskräften?

00:28:36: Welche Gedanken sollten sich diese Personen eventuell machen.

00:28:39: Aus meiner Arbeit in gewisser Weise Vorgaben abzuleiten, wie Rettungskräfte arbeiten sollten, das würde ich gar nicht wagen weil die ihre Praxis am besten kennen und weil sie sehr vertraut sind mit der Frage, in der ich mich wiederum als Medienmisschafter nur sehr wenig auskenne, nämlich der Frage Wie geht man im Feld denn eigentlich wirklich vor?

00:28:56: welche Suche Praktiken, welche Suche regeln sollte man eigentlich beachten.

00:29:00: Also das würde ich glaube nicht machen.

00:29:01: Ich glaube es ist eher der Versuch diese Abläufe dieser Verfahren die es da schon gibt in der Rettungspraxis im Rettungswesen, die zusammenzubringen mit etwas worüber sich dann wiederum Rettunskräfte verständlicherweise keine Gedanken machen nämlich was bedeutet dass aus medienwissenschaftlicher, medienphilosophischer Perspektive?

00:29:18: Das ist ja nicht deren Job genauso wenig wie mein Job die Rettung von Menschen ist, sondern diese beiden Dinge miteinander zu verbinden und zu sagen in dem tagtäglichen Vorgehen von Rettungskräften liegen auch medienwissenschaftlich.

00:29:34: hochinteressante Fragestellungen und Probleme.

00:29:36: Und wenn es dann dazu führt, dass wie ich diese Fragen bearbeitet und gelöst habe wiederum Rettungskräfte auf neue Ideen kommen, weil sie zum Beispiel das wäre vielleicht... Das könnte ich mir am ehesten vorstellen, weil Sie z.B.

00:29:47: diese Vielfalt auch mal systematisch erfasst sehen nach was zu suchen ist also nach Emissionen die man einfach so aussendet, weil man da ist Herzklopfen Schweiß Temperatur oder nach expliziten Exponierung, also sich zu zeigen mit Leuchtraketen.

00:30:02: Mit Sichtdagenverfahren.

00:30:04: Dass man so eine Art Unterscheidung verschiedener Form des Lebens zeichnet in Abhängigkeit der Medien die dazu benutzen werden dass das vielleicht auch wiederum hilfreich sein könnte.

00:30:13: ja zu fragen in welchen Situation sind eigentlich welche Medien praktiken vorherrschend oder was welche Medien führen zu welchem Ausschüssen?

00:30:23: und natürlich was man noch ergänzen könnte ist eben diese.

00:30:26: Diese, was wir vorhin als ethisch Dimension beschrieben haben das auch sensibilität darüber entsteht dass die suche nach leben immer auf eine entscheidung beinhaltet.

00:30:34: erstens was ist überhaupt das leben nach dem ich suche?

00:30:37: wessen leben priorisiere ich?

00:30:40: welche Impliziten, also unausgesprochenen politischen Vorentscheidungen stecken da eigentlich oft zum Beispiel drin.

00:30:46: Das ist etwas was man vielleicht nochmal sichtbar macht wenn man sich in Ruhe und ohne den Druck jetzt wirklich gerade Rettungshandeln ausüben zu müssen sich mal diesem Lebenszeichenphänomen widmet.

00:30:55: Bevor wir jetzt über deine aktuelle Forschung reden, du hast mir verraten das wenn du nicht gerade an der Arbeit ist dass du auch Musik begeistert bist.

00:31:03: Spielst selbst Klebion Schlagzeug und die erste Band die dich so richtig begeisterte waren die Dresdendolls.

00:31:10: Richtig ein Duo aus Boston.

00:31:11: warum genau diese Band?

00:31:13: Was hat dich damals so fasziniert?

00:31:15: Das kann man ja vielleicht erst in der Rückschau so richtig sagen.

00:31:19: aber ich war von dieser Kombinationen, Klavier und Schlagzeug die auch meine Kombination jetzt in der Musikausübung irgendwie sozusagen ist einfach fasziniert dass diese beiden Instrumente sich selbst so gegenseitig genügen oder das sie aufeinander so eingeben können.

00:31:35: Dass man eigentlich fast davon sprechen kann, dass das Schlagzeuge zu einem Klavier wird also das fand ich fasziniert.

00:31:42: Man sieht wie der Schlagzäuger Brian Bicklewone beginnt das Schlagsäge zu verwenden wie ein melodisches Instrument den man ganz viel Nuancen entlocken kann was man ja beim Schlagzeug erst mal nicht erwartet.

00:31:53: Und man sieht aber umgekehrt wie Amanda Palmer am Klavier, das Klavier bearbeitet wie ein Percussionsinstrument also da drauf rumhackt und einschlägt und so.

00:32:02: Und dieses Schlagzeig werden des Klaviers und Klavier werden des Schlags durchs.

00:32:04: Das fand ich irgendwie toll.

00:32:05: als jemand der sich für diese beiden Instrumente interessiert.

00:32:08: Wir hören jetzt mal in einem Song dieser Band rein Coin Operated Boy

00:32:23: automatic joy.

00:32:25: that is why i want

00:32:27: a coin operated boy made of plastic and elastic his rugged and unlasting who many shapes and weights to choose from.

00:32:56: I will never leave

00:32:58: my bedroom.

00:33:13: Coin Operated Boy heißt dieser Song von den Dresden Dolls und auch einer, die du sehr gerne magst Martin hast du mir vorab schon verraten.

00:33:19: Warum genau dieser Song?

00:33:21: Ist es genau das mit dem Klavier was du eben beschrieben hast?

00:33:24: Das spielt eine Rolle weil sich ja auch der ganze Song in das verwandelt wovon er handelt.

00:33:28: also er handelte von einem Automaten aus einem automatischen Jungen der Lust bringt ist Klavier und Schlagzeug verwandeln sich in diesen Automaten, der ja funktioniert wie so ein Jahrmarktsinstrument.

00:33:40: Und diese Anlehnung an so eine ... an Jahrmarktattraktionen aber auch an Pantomime, an die Welt des Varietés, die in die Musik selbst eingeht, sodass die Musik dann irgendwie klingt, wie das wovon sie singt und man da fast so ne Mickey-Mausartige Effekte hat.

00:33:53: Das fand ich toll!

00:33:54: Das hat auch was von Slapstick irgendwie.

00:33:56: Also denkt man daran dass ins Slap Stick Film oft der Körper wie ein Automat funktioniert wenn Chaplin irgendwie gefüttert wird von so einer Maschine oder so?

00:34:03: Und dieses Automat werden.

00:34:04: Das Körpers ist irgendwie toll und hier wird die ganze Musik zu so einem automatischen Ensemble, das so roboterhaft zusammenhängt.

00:34:13: Und mit solchen verspielten Elementen arbeitet die Band eigentlich in ganz vielen Songs und ganz vielen

00:34:20: Beiträgen.".

00:34:27: bisschen auch an die Band Zinn erinnert.

00:34:29: Ich weiß nicht, ob du die kennst?

00:34:31: Die haben ähnliche Einflüsse, die sie aufgreifen und unter anderem hat ihr zum Beispiel See-Räuber Jenny gecovert ursprünglich aus dem Theaterstück drei Groschenoper von Berthold Brecht.

00:34:42: und wenn du möchtest hören wir jetzt auch da einmal ganz kurz rein.

00:34:45: Ja!

00:35:12: Ja, diesen Song an Zinn damals auf dem Album Rotole Zehen veröffentlicht.

00:35:17: Ich weiß nicht, ob du den Begriff schon mal gehört hast aber da musste ich auch ein bisschen an deiner aktuelle Forschung tatsächlich denken.

00:35:23: Kurz zur Einordnung das Rotole zehen geht auf einen Begriff zurück.

00:35:28: von Donna Haraway wird oft als Nahtgegend entwurf zum Anthropozenen verstanden einem Zeitalter, das bei dir aktuell eine Rolle spielt.

00:35:38: und wenn ich es richtig verstanden habe dann schlägst ja auch du einen anderen Begriff vor.

00:35:42: Kannst du einmal erklären was genau mit dem Anthropozen gemeint ist?

00:35:45: Und was dein Gegenentwurf dazu ist?

00:35:49: Also das Anthropozän ist erstmal die Diagnose, die aus der Geologie kommt und schon an dieser Endung Zähnen, die typisch für geologische Epochen ist.

00:35:57: Daran ist schon erkennbar dass es den Vorschlag einer neuen geologischen Epoche macht würde um zweitausend in die Welt gesetzt von Paul Krutzen, als ein Vorschlag des Holozähnen zu beerben.

00:36:07: Das Holozäne das Erzeitalter, dass etwa seit elftausend Jahren an der Tagesordnung ist, das relativ gemäßigte klimatische Bedingungen zur Verfügung gestellt hat auch für das Flurieren von unterschiedlichsten Lebensformen aber auch des Menschen, der sich da einerseits eingerichtet hat, andererseits auch einiges angerichtet hatte innerhalb dieses Holozahns und in gewisser Weise diese Bedingung des Planeten, des Klimas so transformiert hat, und die erstmal Geologen gelogen davon ausgegangen sind, da hat sich so grundsätzlich etwas verschoben an den Kräfteverhältnissen des Planeten.

00:36:38: Dass wir es mit einer neuen Bedingung in der neuen Konstellation zu tun haben, die unter dem Stichwort das Anthropozenz eigentlich andeutet dass menschliche Zivilisation, menschlichen Eingriffe industrielle Wachenschaften selbst auf derselben Liga spielen wie Klimaprozesse, wie geologische tektonische Plattenverschiebungen prägendem Kraft des Planeten geworden sind.

00:37:01: Das hat für sehr viele Führer gesorgt, aber auch dazu geführt dass sehr viel Vorschläge gemacht wurden die das Anthropozän diesen Begriff einerseits erweitern ergänzen kritisieren revidieren und meine wirklich auch sehr marginal den Haft als sehr am Rand dieses diese Diskussion notierte Notierter vorschlag der reagiert auf was anderes nämlich auf den Entschluss der geologischen Vereinigung.

00:37:25: Ich sage jetzt mal in Kurzform, dass Anthropozän nicht anzuerkennen als neues Ehrzeitalter.

00:37:30: Das ist noch gar nicht so eine alte Entscheidung vor zwei Jahren getroffen, die schon ein gewisser Schockwellen sozusagen in diese Anthropozentestebatte gesendet hat, die aber auch nichts dazu führt sagen zu können naja dann war das wohl alles ein großer Irrtum zwanzig Jahre lang sondern bei dem... Das war der Vorschlag.

00:37:48: Man könnte sagen, okay wir sind weiterhin im Holozäen.

00:37:51: daran ist erstmal geologisch nichts zu rütteln wenn man die Deutung macht dieser Game jetzt erst mal anerkennt.

00:37:56: aber wir müssen vielleicht heimlich in diesen Begriff noch was neues eintragen oder wir müssen mit dem Begriff irgendwie ein bisschen gegen den strich umgehen.

00:38:06: und zu sagen wir sind in der holosin kann kann man auch hören als wir sind immer noch im holo zähn mit ha.

00:38:14: also wie sind immer?

00:38:14: nur in dem ausgehüllten zeitalter das gleichzeitig holozän heißt und aber von in sich aussicht selbst heraus so ja ausgehüllt wurde so durchlöchert wurde dass wir zugleich eben holozen nicht im holozänen sind.

00:38:26: das heißt eigentlich Könnte man sagen, schlage ich keinen neuen Begriff vor.

00:38:29: Sondern wir sind weiter im Holozenen.

00:38:30: Aber Holozen zu sagen bedeutet im selben Moment auch eine in sich brüchige durchlöcherte Epoche zu bewohnen, in der wir uns wiederfinden und von der man sagen kann dass sie buchstäblich einen Planeten hinterlässt oder sich in einem Planeten eingenistet hat... Ich wollte

00:38:47: gerade sagen um jetzt von dieser Theorie in die Praxis zu kommen.

00:38:51: womit beschäftigst du dich dann genau?

00:38:53: Also was schaust du dir konkret an?

00:38:55: Ja also weil kann wirklich sagen Die Idee ist von Löchern auszugehen, die sich auftun und die aufklaffen.

00:39:02: Ein ganz markantes Beispiel sind Erdfälle oder so Sinkholes im Englischen also einbrechende Erdschichten, die ganz oft mit einer langen Vorgeschichte des Sohstoffabbaus... Kohle oder Kupfer, Abbaus und so zu tun haben.

00:39:13: Und die Erde unterirdisch ausgewählt haben, dass irgendwann dieser Hohlraum unter der Erde sich nach oben wandert in dem die Erde immer wieder einbricht und bis am oberen Ende das Loch aufklafft und ganze Straßenkreuzungen Häuser oder was auch immer Menschen verschlingt man also irgendwie wieder in Krisen- oder Katastrophensituationen befindet wie wir sie einleiten besprochen haben aber eben mit gleichzeitig noch der Ergänzung Eine schon vergessene Geschichte des Abbaus plötzlich wieder akut an die Oberfläche tritt.

00:39:42: Und solche Situationen der Durchlöcherung interessieren mich jetzt.

00:39:44: nicht nur diese Erdfälle und Einbrüche, sondern auch Tunnel-Durchbrüchen beispielsweise Momente in denen also der Berg durchbohrt wird oder das oft als fest gefeiert wird.

00:39:54: ein neues Loch ist in der Welt.

00:39:56: Auch solche Situatione interessieren sich da als Symptome oder Bezugspunkte für eine Holozene gegenbar.

00:40:03: Die ist ja bei deiner Forschung immer wieder ein bestimmtes Lied begegnet.

00:40:07: Das Steigerlied, auch bekannt als Steigermarsch oder Glück auf der Steiger kommt.

00:40:12: Menschen aus Nordrhein-Westfalen werden diesen Song sicherlich kennen.

00:40:18: Was steckt konkreter hinter?

00:40:19: Magst du das einmal einordnen?

00:40:21: Also es ist ja wirklich nachzwischen eine Kulturerbe, ein bergmännisches Kulturgut... ganz viel anlässen, also feierlichen Anlässen die mit dem Bergbauwesen zu tun haben aber auch bei eben Tunneldurchbrüchen, Sprengungen etc.

00:40:38: gesungen wird und damit auch eine hymnenhafte Qualität eigentlich hat.

00:40:43: Mich hat eigentlich weil du gerade den Titel nochmal mit Glück aufbezeichnet hast diese Formel wirklich irgendwie interessiert, weil die Sonne auch eine Zweischneidigkeit hat.

00:40:51: Also das heißt einerseits natürlich dass man das Glück haben soll wenn Wenn man auf neue Vorkommen stößt, wenn man da neue Flütze erschließt und auf neue Kohle stößts.

00:41:02: Aber es gibt auch diese Dimensionen das sich der Berg selbst auftun sollen also dass der Glück aufheißt auch Der berg sei die holte und er öffne sich dir.

00:41:12: Und irgendwie fand ich das interessant das dies lied auch die idee hat dass der berg dass er nicht nur alles erleidet, was mit ihm gemacht wird durch Löcher ausgehöhlt.

00:41:20: Sondern das der auch eine gewisse Form von Breitschaft oder sozusagen Öffnung haben muss.

00:41:27: und es ist etwas, was mir in der Forschung jetzt ein ganz wichtiger Runde spielt weil ich sage die Erde kann nicht nur etwas sein womit wir etwas tun sondern auch etwas sein was mit uns etwas tut was sich öffnet unvorhergesehen und überraschend reagiert auf das was wir machen.

00:41:40: Und das ist in diesem Glück auffindlich mithalten.

00:41:43: Und was ist ja eben schon selbst gesagt, ich habe tatsächlich nochmal nachgeschaut.

00:41:46: Seit drei Jahren steht dieses Lied auch im Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes und deshalb hören wir da jetzt einfach mal rein.

00:42:20: Ja so klingt das steiger Lied zumindest im Ausschnitt.

00:42:25: Martin, was ich mich gefragt hab gibt es denn auf eine Art Zusammenhang zwischen deiner Forschung zu den Lebenszeichen Aktuellen Projekte, siehst du da eine Verbindung oder sind das für dich zwei komplett unterschiedliche Bereiche und Dinge?

00:42:39: Spielen Medien vielleicht auch eine Rolle.

00:42:40: Ja also es sind einerseits zwei Projekten die abgeschlossene, bei denen das eine abgeschlossen ist, das Dissertationsprojekt und das andere in dem ich mittendrin bin einen eigenen... Das heißt, der Medienbezug spielt weiterhin eine ganz zentrale Rolle und der kommt bei diesen Löchern oft dann ins Spiel.

00:43:07: abgebildet, repräsentiert dargestellt werden.

00:43:10: Also natürlich wo Löcher aufklaffen da sind Kameras nicht weit, die das festhalten.

00:43:14: und das ist nicht nur einfach Bilder von Löchern die da entstehen sondern es sind oft auch Löcher im Bildern.

00:43:20: also es sind merkwürdigste Bildkonstellationen die entstehen wenn man sinkholes fotografiert.

00:43:24: Man steht oft sehr ratlos vor solchen Bildern aber auch Videos in denen Bäume wie aus dem Nichts einfach im Boden verschwinden In denen ein Berg von der man dachte er steht einfach still vor uns plötzlich anfängt zu Risse zu bilden oder zu rieseln, oder porös zu werden.

00:43:40: Das interessiert mich auch und gerade als Bildphänomen, also etwas was auf Medien auf eine bestimmte Weise erst eine gespenstische Qualität oder eine unheimliche Qualität bekommt und wir gerade durch die Konfrontation mit solchen Bildern oft ein anderes Verhältnis oder einen anderen Eindruck von dem bekommen was wir Erde nennen.

00:43:58: Also Erde ist dann nichts mehr unbedingt beruhendes, statisches Passives.

00:44:02: Sondern wir sehen gerade an solchen Darstellungen oft dass sich da das selbst Bewegung also Eigenbewegung mit dem Spiel ist und deshalb interessiere mich diese man könnte sagen medialen Darstellungs dieser Ereignisse in ganz besonderer Weise.

00:44:15: Martin ich danke dir für dieses Gespräch und vor allem auch für die Einblicke in deine Forschung aber auch für den Perspektiven darauf wie wir leben uns seine Zeichen heutzutage wahrnehmen vielleicht auch hören können manchmal vielleicht leider Übersehen.

00:44:28: Zum Abschluss hast du noch ein Stück mitgebracht, das dir beim Abschalten hilft?

00:44:32: Du hast es selbst schon gesagt, du spielst Schlagzeug aber auch Klavier und zum Klavier passt der Stück ganz besonders.

00:44:37: Kommt von der polnischen Komponistin Hania Rani.

00:44:41: Ihnen heißt das!

00:44:42: Was hilft dir dabei mit dieser Musik gut abzuschalten?

00:44:45: Das ist Hania-Rani einfach so eine sainsphärische Klangwelt die ... Die eigentlich die Aufmerksamkeit gar nicht so stark auf sich zieht, also als Musik.

00:44:56: Sondern von Sicht auf ne ganz... Tonneweise von sich selbst abstrahlt oder ablenkt, wie so ein reflektierender Körper.

00:45:05: Das finde ich das Tonne daran, dass diese ganze gerichtete Aufmerksamkeit in der Wissenschaft permanent auf etwas richten muss, konzentriert und fokussiert usw.

00:45:13: Die Musik lässt es so abstrahlen in alle Richtungen und ist auch klanglich.

00:45:21: einfach ein Genuss.

00:45:43: Die nächste Folge von Listen to Wissen haben wir live aufgezeichnet, am vierten Mai im Körberforum in Hamburg.

00:45:50: Was war ein Bild, haben wir eigentlich von Drogen und woher kommt es?

00:45:53: Darüber spreche ich mit der Historikerin Helena Barob.

00:45:57: Für ihre Forschung zur Geschichte der Drogenpolitik wurde sie yearnundzwanzig mit dem deutschen Studienpreis ausgezeichnet.

00:46:04: Wir schauen darauf wie der sogenannte War on Drugs entstanden ist und warum er bis heute unser Denken über Drogen prägt und auch darauf, wie dieses Thema in der Musik auftaucht.

00:46:15: Außerdem geht es um die Frage, was solche Verbote eigentlich bewirken – und ob es auch andere Wege im Umgang mit Drogen geben könnte?

00:46:22: Das hört ihr in der nächsten Folge von Listen to Wissen!

00:46:28: Wenn ihr keine Folge verpassen möchtet, abonniert Listen To Wissen am besten direkt in eurer Podcast-App.

00:46:34: so bekommt ihr automatisch Bescheid, sobald eine neue Episode online ist.

00:46:38: Wir freuen uns außerdem über eine fünf-Sterne-Bewertung und darüber, wenn ihr den Podcast mit Menschen teilt, die ihn auch unbedingt hören sollten.

00:46:47: Feedback könnt ihr jederzeit an dsp.

00:46:49: etkerber-stiftung.de.

00:46:52: schicken.

00:46:53: Kerber schreibt sich dabei mit OE!

00:46:57: Listen to Wissen ist ein Podcast der Kerberschriftung in Zusammenarbeit

00:47:01: mit Byte

00:47:01: FM.

00:47:02: Redaktion Nina Ritter, Natja Lena Schröder, Friederike Schneider und Liz Remter Produktion des Remter und Danny Steinmeier.

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